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Baiersbronn im Schwarzwald, saftige Wiesen, grüne Täler, plätschernde Bäche und die 799-Crew...

"799" ...hm, wenn man mich persönlich nach 799 fragen würde, dann würden mir in erster Linie Dinge wie Superheldenparty im tiefsten Wald, Party auf der Wiese in einem großen Loch, Würfel-die-Tanne oder Tombola einfallen. Also immer alles irgendwie something special was da oben im Schwarzwald so construiert wird...auf die Tombola komm ich dann später nochmal zu sprechen...

So, die Damen und Herren der 799-Crew hatten im März einen schweren Verlust zu verarbeiten. Manuel Kaltenbach aus Wittlensweiler, einer aus ihren Reihen, mit Leib und Seele BMX-Flatlander und als Beruf "Freund", hat den jahrelangen Kampf gegen den Haut-Krebs nicht gewonnen. Wenn man sich mit 31 Jahren so verabschieden muss, ist das schon eine verdammt traurige Nummer. Inakzeptanz und Frustration machen sich breit und zurück bleiben  ungeklärte Fragen, Trauer, Verzweiflung, Schmerz, Wut, Familie, Freunde...
Recycling hieß die Divise!!! Denn was kommt wohl dabei heraus, wenn man all diese Zutaten mit etwas "New Hope" in einen Topf schmeißt und kräftig drin rum rührt?

Naa? Richtig!

"Friends will be friends - Flat against cancer"
Unter diesem Motto und zum Gedenken an Manu, hatten sich seine Familie, Angehörige und die 799-Crew zusammengesetzt und einen BMX-Flatland-Event der Extraklasse auf die Beine gestellt. Die Werbetrommel wurde angeschubst, Sponsoren ins Boot gezogen und Fahrer aus der ganzen Repulik und dem Ausland eingeladen.

Ich selbst hab mich frühzeitig mit meinem alten Bus auf den Weg gemacht nach Baiersbronn und war Samstag Morgen wohl mit unter einer der ersten, die dort aufschlugen.

Die Stimmung war spührbar angespannt im Orga-Team, ob auch wirklich alle, die zugesagt hatten, den Weg in das kleine Schwarzwaldstädtchen finden würden. Die Anspannung legte sich aber, als man merkte, dass doch viele den weiten Weg auf sich genommen hatten und leicht verspätet eintrudelten. Der Timetable wurde kurzerhand über Bord geworfen und so war der eigentliche Contestbeginn um gute 3-4h nach hinten raus verlegt worden.
Somit war genug Zeit für alle Fahrer sich warm zu machen, einen kleinen Plausch zu halten, Tombolalose zu kaufen und der abartig brachialen Hitze mit einem kalten Bierchen und dem Sprung ins angrenzende Freibad zu sagen: "Leck mich doch!"
Die Tombola hatte übrigens Sachpreise im Wert von etwa 4000,-€ zu bieten, die von Sponsoren finanziert wurden. Vom Frisbee bis hin zum BMX-Rahmen gab es Preise zu gewinnen... Ich, als wissentlich professioneller Nietenzieher hatte natürlich wieder den unglaublichen drang all mein Geld in Nieten zu investieren und blieb meiner Linie auch dieses mal wieder treu. Im Endeffekt hatte ich viel zu viel Geld für ein T-Shirt ausgegeben, dass A) hässlich war und B) Größe XXL hatte...auch der Versuch es zu Tauschen scheiterte Kläglich. Naja, ganz um sonst war das ganze ja auch nicht und da die Einnahmen aus der Tombola und der Spenden der deutschen Krebshilfe und dem Freudenstädter Krankenhaus zugute kamen, haben alle, ob gewonnen oder nicht, ihren Teil dazu beigetragen, dort zu Helfen wo es nötig ist.

Zurück zum Sport:
Masters, Experts und Pros, dass sind die 3 Gruppen in denen normalerweise gestartet wird, aber da sich nur Experts und Pros anmeldeten, wurde die Masters-Gruppe kurzerhand verworfen und man kam dem eigentlichen Zeitplan wieder einen Schritt näher.
So begann gegen 16Uhr die Qualification der Experts und im Anschluss die Pro-Quali. Ich bin Rollbrettfahrer und da ich mal sowas von überhaupt gar keine Ahnung vom BMXen hab, der einzigsten Trick den ich kenn, "Bunny Hopp" heißt und ich diesen bestimmt auch noch falsch geschrieben hab, kann ich das nur Tageszeitungsmäßig wiedergeben.
So  müsste es dann, laut der   "Daily B´bronx"   folgendermaßen heißen:
Baiersbronn - Die BMX-Fahrer turnten in einem markierten Areal auf ihren Rädern herum, machten Pirouetten, balancierten auf dem Vorderreifen oder schwangen ihr Sportgrät unter sich hindurch und hüpften herum. Kunstradfahren für Jugendliche....
Fück, so oder so ähnlich müsste es heißen.
Um´s mit meinen privaten Worten zu sagen: Es war abgefahren! Aber sowas von! Respekt!
Oder um´s mit den Worten von Timo zu sagen:

ARSCH-geil Alter!

Die Quali ging fast nahtlos in einen erneuten abkühlenden Sprung ins blaue Nass über. Den erworbenen Cheesburger im Freibad...also ich glaub das war das erste mal in meinem Leben, dass ich etwas weggeworfen hab, ohne vorher zu probieren...Wäh! Never ever! Hätt ich den gegessen, hätt man mich wahrscheinlich umgehenst ins Krankenhaus bringen müssen für ne Organverpflanzung.
Am Abend fanden sich alle zum nächtlichen Schwof in der Dorfschickimicki-Disco wieder, in der die Hitze vom Tage noch immer gespeichert war und zelebrierten einen gelungenen Tag, stießen auf Manu an und gaben sich den Klängen von Rockreiner und den Herren vom Buschwerk hin.
Die Party war ausgelassen und endete für mich, nach vielen interessanten Gesprächen, einigen Schnäpsen und viel Lachen, gegen 4Uhr in den Schlafgemächern meines treuen Busses.
Leider ließ die Sonne nicht all zu lang auf sich warten und begann meinen mattschwarzen LT etwas auf Temperaturen zu bringen... Sonne ist eine nützliche und tolle Erfindung, aber nach einem solchen Abend wirkt dieser grelle Ball morgens um 8 Uhr wie ein Brechmittel und so entschloss ich mich kurzerhand dazu 1,5 Liter Wasser in mich hinein zu schütten, kurz danach 1 Liter der Natur gereinigt zurück zu geben, 5 Kaugummis in den Mund zu steckte und mich wieder auf den Weg nach Baiersbronn zu machen , wo die 799-Crew ein Frühshtück zauberte, dass anti-Kater-mäßiger nicht hätte sein können. Kaffee, Kuchen, belegte Brötchen...hm, läckäääär!
Nach dem gemeinsamen Frühstück und den Recalls vom Vorabend gab´s wieder gemütlich Practice und viel Gelegenheit nochmals an der Tombola sein Glück zu versuchen. Es gibt ja wirklich Leute, die kaufen sich ein einziges lumpiges Los und besitzen dann auch noch die Frechheit, ganz trocken zu sagen "Huch, schon wieder gewonnen?!" Ich dagegen könnt meine Lose, wie auch den Cheesburger, direkt in die Tonne schmeißen. Ich hab wohl selber dafür gesorgt, das die Quote von 1:5 auf 1:4 gefallen ist.
Apropo Gerechtigkeit, da haben sich die Planer vom Contest wirklich geschickt aus der Affaire gezogen was das judgen anging....hahaha. Experts judgen Pros und umgekehrt...
Geil gelöst und am Ende eines wirklich faszinierenden und spektakulären Finales, bei dem Johnny für ordentlich Stimmung mit der Moderation sorgte, kam folgendes Ergebnis raus:

Experts:

1st Holger Knapps
2nd Philipp Ulricher
3rd Roman ...
4th Malte Orth
5th Bene ...
6th Frank Herrigel
7th Monika Hinze
8th Fred Köllner


Pros:

1st Sascha Heydemann
2nd Daniel Fuhrmann
3rd John Krämer
4th David Hoffmann
5th Pascal Nanko
6th Moritz Edschmidt and Flo Sailer
7th Samir Atmani

Für mich persönlich geht, abgesehen vom organisatorisch gelungenen Contest und dem drum herum, das dickste Lob raus an die Moderation von Johnny aka "The-lifing-Insane-Microphone-Soundsystem", der die Massen zum "ausflippen" und "durchdrehen" brachte und dessen Begeisterung für jeden Trick schon fast beängstigend war.
Großes Tennis mein Lieber!

Ich denke, oder besser gesagt, ich hab gesehen und miterlebt, wie es allen so richtig getaugt hat und die Begeisterung der Fahrer über diesen Benefiz-Contest spürbar in der Luft lag...
799, alles richtig gemacht!

Am Ende des Tages und des wundervollen Wochenendes, fahr ich Lonely Ranger mäßig, in Eintracht mit meinem untermotorisierten, erschöpften Bus über die Schwarzwaldhochstrasse der untergehenden Sonne und dem heimischen Herd entgegen und...ach, hm,...ich muss feststellen, die Sonne ist nüchtern betrachtet doch irgendwie ganz cool und wärend sich mir beim Revue passieren lassen des Wochenendes die Haare aufstellen und ich Gänsehaut bekomm, packt mich die Vorfreude auf´s nächste Jahr, wenn es wieder heißt:

Friends will be friends - Flat against cancer! Whuuuuuuiiiiii!

Fazit des Wochenendes:

Krebs           0   Friends will be Friend  1
Deuschland 3   Uruguay                        2
Tombola      3   Ich                                 0


Familie Kaltenbach, 799s, ich denk ich kann im Namen der Failer Cru und aller die an diesem Wochenende mit Euch gemeinsam gefeiert, gekämpft und extrem-tombolaing betrieben haben, nochmal ein von ganzem Herzen kommendes Mitgefühl für Euern Verulst aussprechen. Ihr habt ein Zeichen gesetzt an dem man sich ein Beispiel nehmen sollte und mit dem Engagement das Ihr zu Tage gelegt habt, bleibt Manu garantiert ein Teil von uns allen und steht nach wie vor in Euren Reihen.

Somit bleibt mir nur noch zu sagen:
Habt Ihr wirklich sauber hin bekommen! Danke für´s Frühstück und den Spass, den Ihr mir und allen an diesen
2 Tage bereitet habt. Ich freu mich auf die Fortsetzung im nächste Jahr.

In diesem Sinne: LET THE GOOD TIMES ROLL!